Frühjahr 2013
Montag, 25.2.13
8.15 Uhr Hof Festplatz an der Theresienwiese wir haben gerade gefrühstückt, in der Nacht hat es 20cm Neuschnee gegeben.
Nach zweimaliger Verschiebung sind wir gestern in Richtung Süden losgefahren. Auf Grund der Wetterlage haben wir doch noch Winterreifen montieren lassen. Da für den Sonnabend Schneefälle in Thüringen und Nordbayern angekündigt waren haben wir unsere Abfahrt auf Sonntag verschoben. Loskommen wollten wir gegen 9.30 Uhr, los gekommen sind wir kurz vor 11 Uhr. Beim Wasser einfüllen lief es von allein wieder aus. All das schöne Wasser weg. Nach längerem Suchen und Nachlesen stellen wir fest, dass im Boden unter dem Kleiderschrank zwei offene Drehventile darauf warten geschlossen zu werden. Wunderbar, es kann jetzt mit unserem neuen Wohnmobil losgehen. Zwei Stunden später Mittagessen bei Evi und Familie in Berlin.
Über die A9 kommen wir bis Hof. Die Stellplatzsuche ist einfach. Umkreissuche im Navi einschalten, Stellplatz aussuchen, hinfahren.
9.45 Abfahrt, es schneit, im Radio Meldungen von liegengebliebenen LKW, wir werden vorsichtig fahren.
Bild: Aufwachen in Hof
10.08 Uhr Stau auf der A9 bei Plech. Eine gute Gelegenheit unseren Bericht weiter zu schreiben. Die Berge sind verschneit, dieBäume sind wie mit Puderzucker bestäubt, irgendwie märchenhaft unwirklich.
Bis Nürnberg stehen wir im Stau und im Stop and Go, 2 1/2 Stunden dauert das. Im Radio wird laufend über Unfälle und 30 cm-Neuchnee-Chaos in Nürnberg berichtet. Kurz nach 17.00 Uhr treffen wir in Gensbach bei Christine und Ralf ein.
26.02.13, Dienstag
Frühstücken mit Christine und Ralf, erzählen, Erlebnisse austauschen. Der Bericht von ihrer Marokkofahrt 2009 lässt bringt uns in Zweifel: Sollten wir nun doch nach Marokko fahren. Es muss ein faszinierendes Land sein. Als wir zu Hause in Neustrelitz abgefahren sind stand als Ziel eine Umrundung der iberischen Halbinsel zu gut 90% fest. Die endgültige Entscheidung wird wohl in Südfrankreich oder sogar erst an der Straße von Gibralta fallen. Wir sind hin und her gerissen.
Gegen 12.00 Uhr nach Tee und Kuchen über Aldi Gernsbach nach Baden Baden und dann ab nach Frankreich, tanken und einkaufen bei Super U in Marckolsheim. Weiter auf der französischen Seite an Mulhouse vorbei, kurz vor Belfort wird es dunkel. Auch hier ist die Stellplatzsuche einfach: die Navi-Dame Klara beauftragen in ihrem gespeicherten Wissen nach einem Stellplatz mit Ver- und Entsorgung in der Nähe suchen. Siehe da, in einem Kilometer befindet sich einer, sie führt uns mit ihrer angenehmen Stimme selbstverständlich an unseren Nächtigungsplatz bei Super U in Burnhaupt. Morgen früh, beim Abfahren werden wir entsorgen.
27.02.13, Mittwoch
Gestern abend sind noch viele LKW zum Übernachten angekommen. Alle Parkplätze werden voll. Vor uns stehen drei riesengroße Holzlaster. Ab halb sechs ist die Nacht zu Ende, die Fernfahrer gehen wieder auf Tour. Wir sitzen um halb Acht beim Frühstück.
Motive für Fotos haben wir bisher keine gefunden. Das Wetter ist diesig und feucht-kalt, unangenehm. Unser Hymer hat uns bis hierher gut gefahren, er ist geräumiger und komfortabler als unser Adria, das Raumgefühl innen ist viel besser.
Weiter in Richtung Süden. Klara bekommt den Auftrag uns über mautfreie Straßen nach Sete zu führen. Das macht sie richtig gut. Nur, es nervt: gefühlt alle 400m ein Kreisel, zum Teil durch die Städte, so richtig kommen wir nicht vorwärts. Ab Lyon über die mautpflichtige Autobahn A7. Diese Strecke ist knapp 100km kürzer und fährt sich entspannt. 29,30€ zahlen wir bis in die Nähe von Nimes. Es wird dunkel, wir verfahren wie gestern: Klara, unsere Navi-Dame bekommt den Auftrag in der aufgespielten Software nach einem Stellplatz mit er- und Entsorgung zu schauen und uns dorthin zu fahren. Wir stehen in Comps an einem Flussarm der Rhone in einem lichten Erlen- und Pappelwäldchen.
28.02.13, Donnerstag
Um 6.00 Uhr weckt mich der Wecker meines Handys. Ich hatte vergessen eine Erinnerung lautlos zu stellen. Es lebe die Technik und die die sie bedienen.
Die Nacht war sternenklar, der Mond sorgte für Beleuchtung.
Jetzt um 9.30 Uhr scheint die Sonne, es ist bestes Frühlingswetter. Wir haben gerade unsere Errungenschaft, die Variodusche ausprobiert und sind von Kopf bis Fuß gründlich gesäubert, Luxus pur. Sicher, das anschließende Reinigen ist aufwändig, aber machbar.
Heute werden wir uns mit dem Weiterfahren Zeit lassen.
Bilder: in Comps
Nach 12.00 Uhr verlassen wir Comps. Es ist ein kleines Städtchen mit einer Boulearena, einer Kirche, einer Bürgermeisterei, einem französischen Cafe mit in der Sonne sitzenden Einheimischen davor.
2002 und 2003 standen die unteren Etagen der Häuser unter Wasser. Die jetzigen Stadtmauern verhindern die nächsten Überschwemmungen wohl sicher, so hoch und stabil sind sie ausgeführt. Bis kurz vor Montpellier fahren wir mautfreie Straßen, dann haben wir das ständige Stop-und-go und Kreisel fahren satt und nehem die A9 bis Perpignan, das ist 70km kürzer, wesentlich schneller, kostet 21,80€. In Port-Vendres, kurz vor der spanischen Küste finden wir nach oben beschriebenen Muster einen guten Stellplatz für die Nacht. Morgen früh wird Wasser aufgetankt und entsorgt. Heute gibt es kein deutsches Fernsehen, da wir zum Teil unter einem Baum stehen. Das ist gut so.
Auf den 30km von Perpignan bis nach Port-Vendres sehen wir drei Unfälle mit Totalschaden. In einer Kurve liegt ein Auto auf dem Kopf, auf einer Parallelstraße ist ein Auto nur noch Schrott und auf der Gegenfahrbahn etwas später ist der Hubschrauber gerade aufgestiegen. Die autobahnähnliche Straße ist bis zur nächsten Abfahrt voll gesperrt.
