Sonntag, 7. April 2013

23. In die Sand-Dünen-Wüste Erg Chebbi


6.04.13, Sonnabend - In die Sand-Dünen-Wüste
Die Überschrift sagt fast alles. Bei Wikipedia haben wir gelesen, dass das Erg Chebbi eine von zwei Sandwüsten in Marokko ist. Die Ausdehnung: etwa 5km breit und 22km lang. Die Dünen sind sichelförmig und bis zu 160m hoch aufgeweht. Problem: Wie geht man in die Wüste? Mohamed, der Chef des Platzes sagt uns: barfuß in den Dünen und bis dahin in Sandalen oder mit unseren Gummilatschen. Keine Schlangen, keine Skorpione, der Sand ist nicht zu heiß, keine Gefahren. Auf zur Dünenwanderung. Es geht sich schwer, der Sand gibt bei jedem Schritt nach und ist für unsere Füße manchmal ganz schön heiß. Wanderrichtung: höchste Düne. Es sieht ganz nah aus, ist aber doch etwas weiter.
Nachbars in der Wüste
Auf halben Wege zur Düne dreht Petra um, ich gehe weiter und will da hoch. Oben auf der Düne sind Leute zu sehen, Fußspuren markieren den Weg nach oben. Also nichts wie hin.
Dort nach oben, sieht einfach aus
Kleinere Dünen hoch und runter im immer wieder wegrutschenden Sand. Am Fuß der großen Düne warten sechs Kamele auf Mitreiter. Es geht von hier aus steil hoch und wird im weiteren Verlauf immer steiler. Auf halber Höhe kommt mir ein Franzose entgegen und gibt mir zu verstehen, dass er bis hoch eine Stunde gebraucht hat. Na ja, denke ich ... Als ich oben bin habe ich bestimmt auch eine Stunde gebraucht. Der Fußweg nach oben verläuft auf dem Grat. Rechts steil runter, links steil runter, noch oben steil hoch. Wenn man aufrecht geht und weiter weg schaut, dann "zieht" es einen fast herunter.  Den Vorderfuß muss man in den Sand "hineinstechen", beim Auftreten sackt der Sand nach unten, beschwerlich. Weiter oben mache ich alle 10 Höhenmeter eine längere Pause und kurz vor der Spitze laufe ich zum Teil auf allen Vieren. Aber, ich bin oben angekommen. Von hier ist es ein traumhafter Ausblick. Ich sehe auf die Umgebung hinab als ob ich eine Landkarte vor mir hätte. Ehrfurcht vor dieser kargen Landschaft, sehen, staunen, genießen.
Blick über die Sandwüste, dahinter Steinwüste, darin der See von gestern, hinüber zum Antatlas

Nachbardüne

Hier freut sich der Mathelehrer; mathematische Funktionen überall
Ich hätte mich hier zum Schlafen hinlegen können. Geht nicht, wenn ich zu lange weg bin macht sich Petra bestimmt Sorgen. Also zurück. Der Abstieg ist Freude pur. Mit einem Schritt nach vorn in den abrutschenden Sand schafft man 2 Meter in die Tiefe. Sanddünensurfen! Die Leichtigkeit des Seins. Unten angekommen ist nichts mehr mit der Leichtigkeit, das eigene Gewicht muss von den eigenen Beine bis zum Stellplatz "Blaue Gazelle" getragen werden. Das machen die auch ganz gut.
Am späten Nachmittag mit den Rädern durch den Ort. Am Ortsende sehen wir Karawanen in die Wüste ziehen.
Wie im Bilderbuch


Wir fragen, im Hotel gegenüber kann man sich für 300DH für eine Kameltour mit Essen und Übernachtung buchen. Das werden wir am Montag Abend machen. Weintrinken am Rande der Wüste bei Sternenlicht. Zu sehen sind nur die Sterne.

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