Montag, 25. März 2013

14. Tiznit und Tafraoute



23.03.13, Sonnabend
Evi hat Geburtstag, um 10.00 Uhr deutscher Zeit über Skype und WIFI auf dem Festnetztelefon anrufen. Verständigung ist in Ordnung. Gestern hatten wir es von Skype zu Skype versucht, das war nur nervend.
Unser erster Etappenort ist Tiznit, wir fahren ohne Navi. Es wird ja wohl ausgeschildert sein. Nachdem wir aus Massa raus sind winken die Leute und bedeuten uns, dass wir hier wohl falsch sind. Also doch unsere Navi-Tante Klara im Nokia-Handy aufgeweckt und sie gebeten uns zu führen. Sie ist eine von hier und weist uns ganz selbstverständlich den Weg. Eine Hauptverbindungsstraße kennt sie nicht, aber da steht diesmal ein Wegweiser. Die Nebenstraßen etwas abseits muss sie noch erkunden. Kennt sie vielleicht beim nächsten Mal. Tiznit gefällt uns. Hier sind die meisten Häuser fertig gebaut und ockerfarben angemalt. Es macht einen relativ aufgeräumten Eindruck. Unseren Hymer stellen wir vor einem Supermarkt ab und gehen in die Altstadt. Hier ist noch nicht viel los, da gerade Siesta ist. Ein deutsch sprechender Mann spricht uns an und lotst uns zu seinem Silbergeschäft. Da wollten wir sowieso hin. Also mitgegangen und auch noch einen Armreif aus Kamelleder und Silber für Petra gekauft. Weiter durch die Medina, nichts für uns. Wenn sie nicht gerade mit Menschen belebt sind, dann haben die arabischen Städte etwas abweisendes, fensterlos, leer, verschlossen, wenig gepflegt. Wenn wir durch geöffnete Türen sehen können ist dort alles super sauber, gefliest und modern eingerichtet.  Tomaten, Knoblauch und Brot kaufen und dann weiter in die Berge.
Einfahrt zur Medina

Petra erklärt einem Näher die deutschen Zahlen

Petras Kamelleder-Silber-Armreif

Es ist noch viel zu tun in der Altstadt

leere gesichtslose Gassen

Unser Abendbrot

Also Klara fragen. Hier war Klara noch nie, auch die Orte scheint sie nicht zu kennen. Mit Navi geht es nicht mehr weiter. Zur Tankstelle, dem Betanker die ADAC-Karte unter die Nase gehalten, er bedeutet uns: zurück zum großen Kreisel und Ausfahrt nach Tafraoute nehmen. Klappt!
Schon in der Medina hat es mit Nieseln angefangen, jetzt wird ordentlicher Regen daraus. Je weiter wir in den Anti-Atlas kommen um so stärker wird der Regen. Bei klarer Sicht sieht es hier bestimmt toll aus. Wir sehen nichts. Schade. Oben auf dem Pass befinden wir uns in einer Nebelsuppe mit 20m Sichtweite.
Von nun ab gings bergab. Der Regen lässt nach, die Sicht wird besser. Die Straße wird schlechter, da sie gerade ausgebaut wird.  Die Dörfer an denen wir vorbeikommen wirken gepflegter, fast alle Häuser sind ockerfarben gestrichen. Kurz vor Tafraoute verändern sich die Felsen, sie sind hier rötlich, rund und abgelutscht. Dattelpalmen stehen dazwischen, die Häuser sind an und in die Felsen gebaut. Anhalten und fotografieren. In Tafraoute weitet sich das Tal zu einem Kessel, wir wollen erst auf einen Campingplatz, aber nachdem wir viele Wohnmobile in der Landschaft verstreut stehen sehen, stellen wir uns in diese, unsere erste, Oase auf 1200m Höhe hinzu. Es ist schön hier.
Dorf am Wegesrand

Vor Tefraoute

Stellplatz bei Sonnenaufgang

Nebenan - Ziegenparadies


24.03.13, Sonntag
Dieser Tag beginnt, wie ein Sonntag beginnen muss, mit Sonne!  Es war kalt in der Nacht, ich muss raus zum fotografieren. Die Sonne bescheint die Bergspitzen und erobert sich von oben her den Talkessel. Palmen im Schatten, vor Felsen im Sonnenlicht, dazwischen die modernen Behausungen der europäischen Zigeuner, die Wohnmobile mit allem Komfort.
Wir hatten eigentlich vor, heute die bemalten Felsen uns anzusehen und dann weiter zu fahren. Es kam etwas anders, wir bleiben noch eine Nacht hier.
Wie kommen wir zu den bemalten Felsen? Holländer befragen. Diese sagen uns: zum ersten Campingplatz fahren und von dort eine Stunde laufen, nur hin! Etwas später treffen wir Leverkusener und Bitterfelder, diese haben eine besseren Rat: direkt hinfahren, im Ort bis zum Ende der Straße und dann rechts Richtung Tiznet ungefähr 7km. Gesagt, getan. Durch Tafraoute, schönes Stadtchen, durchs nächste Dorf Abzweig nach "Les Peintures", hier hat 1984 der belgische Maler Jean Verame viele Granitfelsen bunt bemalt. Von Weitem, so ein Quatsch. Wir fahren Näher heran, wandern durch die Felsenformationen und finden diese bunten Felsen immer interessanter und schöner. Die Fantasie kann sich so richtig austoben. Wir sehen Walfische, Frösche, Vögel und weiteres Getier.



gestrandeter Wal?

freundlicher Felsen



freundliche Menschen vor freundlichem Felsen


Kobra

rosa Affengesicht

Hinweis auf Ostern?

Zurück, warum weiterfahren, hier ist es wie im Paradies. Nach dem Kaffee trinken durch die Felsen kraxeln und Adam und Eva suchen. Könne wir nicht finden, da der Apfelbaum fehlt und Schlangen haben wir auch keine gesehen. Nur ein paar Eidechsen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

weiter so !!
wir erinnern uns und haben teilweise die gleichen Sichten fotografiert
Lori und Mucko

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