08.03.13, Freitag
Es ist 7.27 Uhr, das Wetter hat sich beruhigt. Wir sind beim Aufstehen und guter Dinge, dass wir heute gut über die Straße von Gibraltar nach Afrika, Marokko, Tanger kommen. Um 6 Uhr hat uns ein riesiger Laster von Food Servis Logistik lautstark geweckt. Das Auf- und Abladen dauert mit Lärmentwicklung bis jetzt. Zwischendurch kamen die Müllmänner und entleerten mit den nötigen Geräuschen die Container. Das spart uns den Wecker und wir können die Fähre nicht verpassen.
In Algeciras versuchen wir eine Post zu finden, damit die geschriebenen Postkarten mit den Motiven von Gibraltar weggeschickt werden können. Wir finden auch heute keine Post und der "Lotto-Laden" an dem wir vorbei kommen hat gerade zu. Halb 10 stehen wir an der Einfahrt zum Hafen / zur Fähre. Mit einer Stunde Verspätung legen wir um 12 ab.
![]() |
| Der Felsen von Gibraltar von der Fähre her gesehen, vor zwei Tagen waren wir oben in der Mitte |
Nach einer angenehmen Überfahrt, ungefähr eine Stunde, sind wir um 15.30 endlich durch die Kontrollen durch und in Marokko.
Ja und jetzt kommt eine Geschichte, die ist speziell für unsere Tochter Evi und Ilona und Günther Langenberg (Südfrankreich, in der Nähe von Bordeaux schon mal passiert). Es ist dieselbe Ausrede wie damals: Ich wollte Kontakt mit Einheimischen aufnehmen und auch zur Erheiterung für die daheim gebliebenen beitragen. Das ist mir auch diesmal besonders gut gelungen.
Da wir wussten, dass der Diesel hier in Marokko nur rund 80 Cent kostet, haben wir den Tank nicht voll gehabt und nur 20 Liter nachgetankt. Das hätte auch gut gereicht. Aber wir sind wegen des stürmischen Wetters einen Tag länger in Spanien geblieben und dort auch noch herum gefahren.
Unsere Überfahrt ging von Algeciras nach Tanger Med. Die Großstadt Tanger liegt allerdings 52 km vom Hafen entfernt in der Nähe von Ksar-es-Seghir und hier gibt es keine Tankstellen. Auf die Autobahn rauf, Anzeige nächste Tankstelle 20km entfernt, unser Tacho gibt als Reichweite 38km an. Glück gehabt Komma denkste! Starker Wind von vorn, steile Berge hoch und auch runter, die Reichweiteanzeige geht superschnell runter. Trotz äußerst sparsam fahren bleibt unser Auto 5km vor der nächsten Tankstelle stehen. Pech gehabt. Wie weiter? Wir haben noch 300g Rapsöl; das in den Tank, es passiert --- nichts! Es bleibt nichts anderes übrig als zur Tanke zu laufen. 2x Winken, ein Marokkaner hält an, ich zwänge mich auf den Beifahrersitz, da sitzt der Beifahrer, mit viel Lachen geht´s die 5km zur Tanke. An die Zapfstellen, ich erkläre mit einer mir nicht verständlichen Sprache die Situation. Der Tankwart versteht mich, sucht aus den Abfallkörben zwei Plastikkanister und befüllt diese mit 10 Litern Diesel. Er gibt mir zu verstehen, ich solle doch die Strecke bis zum Auto per Auto-Stop fahren. Ich traue mich allerdings nicht und laufe wie in der Fernsehwerbung mit den Dieselkanistern die 5 Kilometer auf der Autobahn in Gegenrichtung. 2km bergauf eine lange Kurve und knapp 3km steil bergab eine weitere lange Kurve. Unterwegs kommt von links ein Einheimischer mit langem Mantel, auch er sagt Auto-Stop zu mir und geht dann quer über die Autobahn auf die andere Seite. Der Hammer war, als ein Laster vor mir anhält und mich fragt was für ein Problem ich habe, hier auch wieder der Hinweis auf Auto-Stop. Mit einem Schaf- und Ziegenhirten wechsle ich freundliche Worte. Zwischenzeitlich kommt die geführte Reisegruppe, die wir am Hafen beim Einschecken getroffen haben als Konvoi vorbei gefahren, gegenseitiges Winken. Auf dem Campingplatz Muolay-Bousselham werden wir von ihnen freundlich lachend empfangen. Sie hatten natürlich mitbekommen, dass ich der von der Aral-Werbung war.
Kaum auf dem Platz angekommen fragt ein Reisemobilist aus Fürstenberg, ob wir denn direkt aus Neustrelitz kommen? Antwort: ja. Wir haben einen gemeinsamen Bekannten, meinen ehemaligen Schüler Torsten Zerbel, der hier in den vergangenen Jahren überwintert hat und in diesem Jahr mit seinem Sohn in Marokko ist. Er hat kurz mit ihm in diesem Jahr gesprochen. Die Welt ist ein Dorf.
![]() |
| Camping Moulay-Bousselham |
09.03.13, Sonnabend
Ausruhtag, kurze Schauer, der Fürstenberger bietet sich an, eine Telefonkarte aus dem Ort mitzubringen, seine marokkanische Bekannte schaltet sie uns frei. Jetzt können wir für 9 Cent pro Minute nach Deutschland telefonieren. Das wird gleich ausprobiert. Es funktioniert.
Nachtrag zu gestern:
Afrika, Marokko hatten wir uns anders vorgestellt. Hier im Norden in Atlantiknähe ist die Landschaft sanft gewellt und vor allem Grün. Wir fühlen uns wie in deutschen Mittelgebirgen. Die Autobahn ist besser als in Deutschland, es macht alles einen aufgeräumten Eindruck. Autobahnmaut für rund 100km 100DH=10€, damit relativiert sich der Dieselpreis auf dann wieder deutsche Verhältnisse oder sogar darüber.
Hallo Evi: unsere Telefonkarte hat sich wohl abgemeldet?! Keine Ahnung, die Dame spricht immer wieder französisch mit uns. Wir rufen wohl besser über Skype an. Keine Angst, nicht heute am 10.03.13.


