Donnerstag, 28. März 2013

16. Taroudant


26.03.13, Dienstag
Wir haben gefrühstückt, im Radio läuft Radio MV, "Sportfreunde Stiller" mit "An Tagen wie diesen".  Wir werden mit Informationen und Musik aus der Heimat versorgt. Unsere Sattelitenanlage funktioniert ohne Probleme. Rings um uns her blüht es, ein süßer, schwerer Blütenduft liegt in der Luft. Die restlichen Fotos von gestern Abend habe ich vorhin vorn an der Rezeption auf unseren Blog hoch geladen. Gestern hatte der Akku meines Tabletts den Geist aufgegeben. Der Wetterbericht aus Deutschland zeigt uns an, dass wir gerade Sonnenschein satt hier haben. Is nicht! Es ist bewölkt und wird sich im Laufe des Vormittags auflösen und dann werden wir heute Nachmittag so um die 25°C bei Sonne satt haben. Die Toilette muss noch entsorgt werden, Wasser aufgefüllt werden und dann geht es nach dem "Klein Marakesch" genanntenTaroudant, dort werden wir eine Nacht frei an der Stadtmauer stehen. Was wir gestern beim Durchfahren gesehen hatten sah sehr gut aus und verspricht einen angenehmen Tag und Abend.
Bis zum Mittag quatschen wir angenehm mit Leuten aus Bayern über fahrbare Straßen in Marokko, was wir alles gesehen haben müssen und Gott und die Welt. Sie kommen aus der Wüste, schwärmen von ihr, und wollen an den Atlantik, dahin, von wo wir herkommen, Sidi Wassay. Auch wenn wir schon etwas von marrokanischer Gelassenheit haben, wir müssen weiter. Knapp 20 km bis Taroudant. Hier stehen wir tatsächlich vor der Stadtmauer und werden sogleich angesprochen mit der Kutsche zu fahren. Wir machen es richtig und lehnen erst mal ab. Der Preis fällt von 100 DH auf 60 DH. Wir wollen immer noch nicht und bestimmen als Startzeit 18.00 Uhr. Dann wollen wir für eine Stunde um und durch Taroudant kutschiert werden. Bis dahin werden wir auf eigene Faust bummeln und uns in Cafe's setzen. Von einem Schlepper, der mit dem Kutscher verbandelt ist, lassen wir uns in die Medina locken und landen in einer Frauen-Argan-Kooperative. Die Frauen bei ihrer Schauvorführung fotografieren und anschließend teures, aber wohlschmeckendes Argan-Speiseöl kaufen. Arganöl für Speisezwecke wir erst geröstet und dann per Hand zwischen Steinen wie in einer kleinen Steinmühle bearbeitet. Das Öl fließt aus und wird in einem Gefäß aufgefangen. Also, wenn das überall wirklich so gemacht wird, dann ist das schon sehr aufwendig. Man mag es gar nicht glauben. Arganöl für kosmetische Zwecke wird nicht geröstet, aber auch mit einer Hand-Stein-Öl-Mühle bearbeitet.
Die Argannüsse werden mit einem Stein aufgeschlagen

Ölmühle
In die Altstadt, wir kommen gar nicht weit und landen in einem Cafe. Hier lassen wir die Seele baumeln, trinken eine Schokolade und beobachten das Geschehen auf der Straße.
In der Medina

Stadtmauer

Wir auf der Mauer

Wehrgänge

Straßenszene

Transportmittel

Vor unserem Cafe

Unser Kutscher beobachtet uns und zeigt uns einen Weg auf die Stadtmauer. Es war eine richtig wehrhafte Stadtmauer, mit breiten Gängen hinter den Zinnen. Die Stadtmauer ist rund 7km lang. Jetzt hat man entdeckt, dass die Wiederherstellung wichtig ist. Die Stadttore, acht Stück an der Zahl, sind hübsch saniert, Teile der Stadtmauer auch. Pünktlich um 6 Uhr ist unser Kutscher da. Mit Pferd und Wagen geht es stilvoll erst außen herum und dann innen an der Stadtmauer entlang. Die Sonne läßt die gelblich-rot-braune Farbe der Mauer leuchten. Wir sehen auch eingefallene und fast verschwundene Teile des Walls. Es wird noch einige Zeit dauern bis alles saniert ist. Die Wohngebäude sind ineinander verschachtelt gebaut. Wir mögen uns nicht vorstellen wie die Leute darin wohnen. Es ist sehr anders als bei uns. Unten bis in Kopfhöhe keine, dafür obendrüber, vergitterte Fenster. Was uns im gesamten Land auffällt ist, dass man alte Lehmbauten verfallen läßt und durch neue aus Beton ersetzt. Aber, auch Marokko befindet sich in einer schweren Krise erklärt uns der Kumpel vom Kutscher, der mit uns mitfährt und als Dolmetscher und Erklärer fungiert. Jetzt verstehen wir auch die vielen unvollendeten Bauten im ganzen Land. An der alten jüdischen Synagoge halten wir an. Die Synagoge ist wunderschön saniert und jetzt eine Verkaufsausstellung für Kunsthandwerk. Es gibt hier keine Juden mehr. Was immer das bedeutet und wie immer das zustande gekommen ist.
Stadtrundfahrt

Saniertes Stadttor

Ineinander verschachtelte Häuser - Lehmbauten werden durch Beton ersetzt.

Reste der Stadtmauer warten auf die Sanierung
In einer engen Gasse kommt uns ein Schulbus entgegen. Der hat jetzt eine Schramme von unserem Wagen in Nabenhöhe. Wir steigen aus, der Wagen wird zur Seite gehoben, und weiter gehtˋs. Keine Diskussion über den Schaden und dessen Beseitigung! Merke: fahre nie in enges Gewühl. Schäden die dir andere verursachen musst du selber tragen!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Wir wünschen gänzlich ungestresst, ein wunderschönes Osterfest!
Helmbremser & Coach

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